Politik, Verwaltung und Behörden

Weder der Bund noch die Länder oder Kommunen können alleine eine erfolgreiche Integrationspolitik gewährleisten. Nur die Kooperation aller Behörden und politischen Gremien sowie die Vernetzung der Angebote bieten Gewähr für eine effektive, praxisnahe und bürgerorientierte Integrationspolitik.

Integration als Herausforderung an eine zukunftsoffene Gesellschaft

Integration ist eine Querschnittsaufgabe, die alle gesellschaftlichen Bereiche umfasst, und kann ohne die Berücksichtigung von Inklusion, Gendergerechtigkeit und Diversität nicht gelingen. Daher bewegen sich alle Überlegungen, die Menschen mit Zuwanderungsgeschichte betreffen, immer in diesem Spannungsfeld und werden zu thematischen Überschneidungen führen.

Zum Wesenskern unserer demokratischen Gesellschaft gehört  die Rechtsstaatlichkeit auf der Grundlage der Menschenrechte, die unserer Verfassung vorangestellt sind. Wesentliche Aspekte sind die Gleichberechtigung der Geschlechter, die Respektierung unterschiedlicher Lebensweisen, das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Gleichwertigkeit von politischen oder religiösen Überzeugungen, solange deren Umsetzung mit unseren Gesetzen vereinbar ist. Integration und Inklusion zeigen deutlich, dass unsere Gesellschaft sowohl pluralistisch als auch sozial aufgestellt ist. All diese zentralen Errungenschaften wurden in langen gesellschaftlichen Prozessen zu Werten und Normen, um ihre Ausgestaltung wird bis heute gerungen. Aber diese Werte und Normen sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen immer wieder erlernt, vermittelt, verteidigt, diskutiert und verbessert werden. Diesen Aufgaben müssen wir uns alle stellen – denn nur so kann Integration gelingen.

Immer wieder wird es dazu kommen, dass Maßnahmen entstehen, Projekte erstellt und Programme aufgelegt werden, die zunächst nur einer Gruppe von Zuwandernden zu Gute zu kommen scheinen. Es ist unerlässlich, immer wieder darauf hinzuweisen, dass Maßnahmen, die exemplarisch für eine Gruppe entwickelt werden, stets Nutzen für viele andere Gruppen mit sich bringen können. So profitieren zum Beispiel von Sprachbildungskonzepten für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte auch Menschen ohne Migrationshintergrund, aber mit Förderbedarf im Bereich der Sprachbildung.

Diese Aufgaben finden in unserem föderalen System auf der staatlichen oder Bundesebene, der Landesebene und im kommunalen Bereich statt.